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bofrost oder " ... womit dürfen wie Sie verhöhnen?" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von bgruen   
Sonntag, 12 November 2006

Samstag nachmittag klingelt es. Eine freundliche Dame überreicht mir einen Prospekt von bofrost und weist auf die Vorzüge, insbesondere die political correctness dieser Nahrungsmittel in Bezug auf Gentechnik und Lebensmittelzusatzstoffe ("Gifte") hin. Schön und gut, selbst LIDL hat ja jetzt eine Bio-Ecke, warum dann nicht auch bofrost.

Demnächst gibts vielleicht auch gentechnik-freie Hamburger, solange an der Kennzeichnungspflicht für die Produkte nichts verbessert wird, kann jedes Rindvieh mit noch so viel Gensoja gemästet sein und liefert dennoch gentechnik -freie Buletten.

Doch der Sinn für politcal correctness hört schlagartig beim Datenschutz und Schutz der Privatsphäre  auf:

Die Entgegennahme des Prospekts muss von der Überbringerin nicht nur mit Name und Anschrift, sondern auch mit meiner Telefonnummer dokumentiert werden. Zwecks Kontrolle der ordnungsgemäßen Entsorgung des Hochglanzmaterials.

Meine Telefonnummer als Kontrollinstrument zur Effizienzmessung eines "geringfügig beschäftigten" Kostenfaktors?! Mir wird übel. 

Ich weigere mich - wer meine Telefonnummer erfährt, möchte ich ja doch wohl gerne noch selbst bestimmen. Sie erklärt mir, dass es für sie unabdingbar sei, die Firma bestehe darauf. Jetzt liegt es also in meiner Hand, ob die Prospektverteilerin Ärger bekommt oder nicht, oder sollte ich besser gleich die Annahme des Prospekts unter diesen Bedingungen verweigern?

Das wäre nur konsequent - aber erschien mir in dieser Situation der Dame gegenüber einfach unfair. Schlimm genug, dass sich Menschen mit derartigen Jobs ihren Lebensunterhalt sichern müssen - aber dass ich so in die moralische
Zwangsjacke gepresst werde, entweder einen Menschen, dem ich nichts Böses will, barsch zurückzuweisen oder "freiwillig" Daten herausgeben, die ich nicht herausgeben will, das ist Nötigung.

Diesen Beigeschmack werde ich stets auf Neue empfinden, wenn ich einem bofrost-Auto begegne. Er ist so eklig, dass mir jeder Appetit vergeht.

Kommentar(e)
Bofrost
Geschrieben von Gast am 2006-11-24 13:50:13
Es gibt eben immer "Schwarze Schafe" unter diesen Leuten, die cold contacts machen müssen. Bei mir war der junge Mann von Bofrost allerdings freundlicher und gab sich gleich als "Kundenfänger" zu erkennen. Den Katalog wollte er aber auch nur gegen meine Daten rausrücken. Zwei Wochen später dann der Follow-up-call, ob ich mir denn schon was ausgesucht hätte...naja...ich habs dann doch gelassen.

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