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Im Wetteifer der Empörung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Barbara Grün   
Freitag, 21 Juli 2006

Nun ist aber langsam gut - nein, schlecht natürlich. Denn der Verunglückte und seine Mutter tun auch mir schrecklich leid.

Der tragische Unglücksfall nach dem Fuldaer Kastenlauf wird aber nun schon den dritten Tag in Folge von der FZ thematisiert. Und immer schwebt der erhobene Zeigefinger über dem Leser, wie verantwortungslos doch die Veranstalter gehandelt hätten. Es muss ja einen Schuldigen geben 

- und da diese Veranstaltung so gar nicht zu dem kulturellen Niveau des Normalbürgers zu passen schien, kann man getrost tagelang mit dem Brustton der moralischen Empörung die Veranstalter verurteilen.

Die Veranstalter haben in etwa so viel Anteil an dem Unglück wie der Gastwirt an den möglichen Tragödien, die seine Gäste in alkoholisiertem Zustand verursachen können. Nebenbei ist bislang noch mit keinem Wort erwähnt worden, inwieweit der Unglückliche überhaupt alkoholisiert war.


Fasching und Schützenfest haben Tradition - aha, und deshalb passiert da nie etwas? Das ist doch die Doppelmoral pur.


Dass man nicht kopfüber in ein unbekanntes Gewässer springt, sollte jedes Kind wissen.
Genauso, wie man als Autofahrer weiß, dass man nicht alkoholisiert (und dann noch ohne Licht und zu schnell) fahren darf. Dass beides dennoch geschieht - vermutlich aus Leichtsinn, mehr oder weniger unterstützt durch die enthemmende Wirkung des Alkohols - ist wirklich schlimm und hat in Fulda nun schon mehrere Opfer gekostet. Doch in dem einen Fall die Veranstalter dafür verantwortlich zu machen, würde für den anderen Fall bedeuten, dass keine Silvesterpartys mehr gefeiert werden dürfen.
 
So tröstlich es zunächst ist, die Trauer in Empörung und Wut auf einen vermeintlich Schuldigen zu wandeln - hört bitte endlich auf damit. Dieser moralinsaure Ton der gerechten Empörung (oder der empörten Selbstgerechten) ist beinahe ebenso abstoßend wie das "Saufen als Selbstzweck".
Und doch ist auch letzteres Teil unseres gesellschaftlichen Lebens, nicht immer nur traditionsummäntelt wie im Karneval, auch offener.
Was nun den Reiz gerade dieser Veranstaltung ausmacht - darüber ließe sich lange spekulieren. Einen nicht unerheblichen Anteil daran aber dürfte die Opposition eben gerade gegen diese Selbstgerechten sein, die Inszenierung eines antibürgerlichen Flairs. Womit ich keineswegs sagen will, dass ein Kastenlauf ein fortschrittlicher Akt des Widerstands wäre - ganz im Gegenteil. Aber auf dieser Ebene könnte es vielleicht doch noch nützlich sein, sich mit dieser unbequemen Veranstaltung zu beschäftigen. Nicht verbieten - verstehen!

Kommentar(e)
Verlinkung
Geschrieben von Gast am 2006-07-22 12:32:04
Das Fuldaer Meinungsmonopol (FZ-Qualitätsjournalismus) bröckelt. Soll heißen: 
 
Über die Berichterstattung der Fuldaer Zeitung regt sich allgemeiner Widerstand. Besonders heiß geht es auf  
www.who-is-hot.de  
zu, das ist die Webseite des Veranstalters. Die Webseite wurde von der Fuldaer Zeitung nicht verlinkt, wo kämen wir da hin, wenn sich die Veranstalter auch noch rechtfertigen oder gar die Teilnehmer der Veranstaltung zu Worte kommen. 
 
Schön wäre es auch, wenn auch in der nächsten Fulda Echo ein ausgewogener (!) Artikel über dieses Thema von Euch zu lesen wäre.  
 
Im Fulda-Blog wird auch über dieses Thema diskutiert: 
 
Fulda Blog 
 
Übrigens habe ich dort in einem Kommentar auf diesen Artikel hier hingewiesen, doch dieser wurde leider nicht veröffentlicht. Ich hoffe dieser wird es. 
Gruß 
Micha 
 
Propaganda der FZ
Geschrieben von Gast am 2006-07-22 13:20:07
Erschreckend ist die Stimmungsmache und Vorverurteilung des Veranstalters. Die Veranstalter können nun wirklich nichts für den Unfall. Es war bei der Veranstaltung auch nicht verpflichtend Alkohol zu trinken. Freie Entscheidung, ob man trinkt oder nicht. 
Bald verkauft keine Kneipe mehr Alkohol, weil der Gast eventuell nach Beendigung des Kneipenbesuchs in den Brunnen des Schloßparks springen könnte. 
Todesanzeige des Kastenlaufs
Geschrieben von Gast am 2006-07-22 16:59:10
http://www.seideutschland.de
oh kommt
Geschrieben von Gast am 2006-07-22 22:39:48
was erwartet ihr ? 
Immerhin, dir FZ, Sponsor von "Lord of the Fights" oder so sowie mit preiswerten Volontären bevölkertern Redaktionen, bietet genau das Nivaue, was man erwarten kann. 
Die FU verliert zur Zeit, so unbestätigte Gerüchte, massiv an Abo-Kunden. 
Immer, der Markt funktioniert. Und am "richtet" er es. 
 
Gruss Frank
Geschrieben von Gast am 2006-07-23 16:11:45
Frank, du mal deutsch lernen? Zeitung lesen hilft manchmal, aber manchmal auch nicht.
Geehrter Gast,
Geschrieben von bgruen am 2006-07-23 16:46:01
immerhin hat Frank seinen Beitrag namentlich gekennzeichnet und der Kommentar weist einen durchaus erkennbaren Inhalt auf. Was man von dieser anonymen und sinnentleerten Zeile ja nun wirklich nicht behaupten kann. Don't feed the Troll - tja, wahrscheinlich mach ich das gerade. OK, heut ist Sonntag, ausnahmsweise... 
Barbara
Geschrieben von Gast am 2006-07-24 19:46:37
Ja, auch ich glaube nicht, dass es bei diesem Artikel in erster Linie darum geht, ob diese "Kastenläufe" ein zu fördernder Zeitvertreib sein sollten und wenn ja, dann sollte man auch ehrlicherweise über Karnevalsveranstaltungen, Schützenfeste, den Konsum von Alkohol auf dem Weihnachtsmarkt etc, etc diskutieren, denn auch hier passieren im Anschluss oder zwischendrin immer wieder folgenschwere Unfälle, da wird kurz darüber gesprochen, aber jeder weiß, beim nächsten Mal saufen alle wieder... Vielleicht handelt es sich bei diesen Artikeln auch um einen typischen "Sommerlochfüller" in Ermangelung des Mutes zum Anschneiden brisanter politischer Themen... 
Mir tut der junge Mann von Herzen leid und ich habe auch Mitgefühl für die Familie, aber für sein Tun war er als 20jähriger selbst verantwortlich, so wie die vielen jungen Leute, die betrunken nach Discothekenbesuchen gegen einen Baum fahren, warum gibt es darüber nicht 3 Tage lang Artikel in der Zeitung, diese Unfälle passieren jedes Wochenende und stehen montags als Randnotiz in der Zeitung!?!? 
 
Roswitha
recht hast du...
Geschrieben von Gast am 2006-07-25 12:01:06
Also ich muss auch sagen, dass die Fuldaerzeitung mal wieder für sich typisch gehandelt hat. Da werden schnell Beschuldigungen in die Welt gesetzt, die wohl bei der Mehrheit der Leser gut ankommen.  
Das wird ja auch knallhart bei Leserbriefen fortgesetzt. Es lohnt sich wohl kaum noch darüber aufzuregen. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder einen Kastenlauf geben wird. 
 
mfg 
www.Fulda-Party.de
Ich nix lernen Deutsch
Geschrieben von Gast am 2006-07-26 16:02:35
ich lesen Spiegel, Frankfurter Rundschau, da saumässiges Deutsch, nicht so schön rechtgeschrieben wie in der Fulder, ähem, Fuldaer Zeitung. 
 
Sorry, ich hab es schnell daher getippt, war schon spät. Eine Korrekturfunktion ist leider nicht möglich. 
 
Ich erschrak selber, bei dem was ich wie schrieb. Aber der Inhalt stimmt. 
Übrigens lese ich auch die FZ, regelmässig, allerdings nur "mit". 
Ich gebe zu, ich bin da parasitär, ich lese im Zug und Online. 
Geld, naja, ich las die FZ über 1/2 Jahr so richtig, bis es mir reichte. 
 
Aber FZ, alles gut zum 55ten, 
www.FuldaerFreiheit.de 
 
Gruss Frank
Es MUSS ja einen schuldigen geben
Geschrieben von Gast am 2006-07-27 06:17:33
Der einzige Schuldige ist er selbst. Wer betrunken kopfüber in einen kniehohen Pool hüpft ist schon nicht mehr ganz sauber. Den Veranstaltern ist meiner Meinung nach keine Schuld zuzuweisen. Der Gastwirt bekommt ja auch keine Schuld zugesprochen, wenn einer seiner Gäste nach dem Biergenuss eine junge Frau totfährt. Dass er bei dem Sprung betrunken war ist für mich doch eindeutig und indiskutabel. Wer bei einem Kastenlauf in der brütenden Hitze mitmacht muss betrunken sein.  
 
Die Mutter hatte sich in einem Leserbrief empört, dass es überhaupt solche Veranstaltungen gibt. Es ist doch allgemeinhin bekannt, dass die NAchfrage das Angebot bestimmt. Und solange es genug Bekloppte gibt, die bei so einem sinnlosen "Sport" mitmachen, solange wird es eben diesen Kastenlauf geben. Jetzt mal ehrlich, wer ist blöder, derjenige der den Kastenlauf anbietet, oder der der mitläuft? Das ist doch sehr bedenklich.  
 
Dem "Opfer" kann ich weder Mitleid, noch Verständnis entgegenbringen. Ein "selbst Schuld" würde er von mir zu hören bekommen.... 
 
Gruß 
Simon the "mkay"

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