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Die Freiheit von Jürgen Lenders... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ronald Woelfel   
Montag, 04 Dezember 2006
Jürgen Lenders, Vorsitzender des Vereins City Marketing Fulda, wird im Zusammenhang mit dem Ladenschlussgesetz mit "das braucht kein Mensch mehr" im Marktkorb zitiert. Gleichzeitig spricht er von einem tiefen Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Ist das nun unternehmerische
Frei- oder Dummheit?

Kommentar(e)
Die Freiheit
Geschrieben von Gast am 2006-12-04 22:40:22
der Unternehmer hört da auf, wo die Rechte der Arbeitnehmer beginnen. Dumm gelaufen für die, die sich nicht wehren können. Denn siehe da: in demselben Artikel im Marktkorb zeigt sich, wo man sich die Freiheit des Konsumierens bis 22 Uhr problemlos schon jetzt nehmen kann: beim LIDL-Ableger Kaufland. Der LIDL-Konzern bzw die "Stiftung" ist ja bekannt dafür, dass die gewerkschaftliche Organisation von Mitarbetern auch schon mal lässig mit einer Betriebsschließung beantwortet wird. 
 
Wie wärs, wenn wir das Jugendschutzgesetz, das Mutterschaftsgesetz und überhaupt all diese freiheitseinschränkenden Gesetze endlich auch abschafften? 
Grenzenlose Freiheit für Unternehmer und Konsumenten.  
 
Wer nicht gewerkschaftlich organisiert ist, ist selbst schuld, hab ich mal gelesen (danke für diese Steilvorlage, Frank ;) ) - und wer gewerkschaftlich organisiert ist, und der Arbeitgeber kündigt bei seiner Arbeitgeberorganisation (Stichwort Tarifflucht), nun, der hat halt Pech gehabt.  
Und weil Konsumieren Vielen als einzige Sinn- und Identitätsstiftung gilt, wirds immer Leute geben, die dieses Angebot auch nutzen werden. Aber die Kaufland-Klientel, glaub ich mal, ist mehrheitlich nicht soo sehr lohnend. Wir werden sehen. Dann wird dort eben genauso schnell gefeuert wie geheuert, ist zu vermuten.  
Gruß Barbara
Naja, Rewe auch
Geschrieben von Gast am 2006-12-05 18:20:08
Rewe macht es auch (Künzell, Petersberg). 
 
Der Damm ist gebrochen. 
 
tja, wer nicht gewerkschaftl. organisiert ist, hat ein Problem. 
allerdings : die Gewerkschaften müssen sich mal überlegen wen und was sie vertreten. Aber das ist eine andere Baustelle. 
Ein hoher Grad an Organisiertheit bedeutet auch, dass der Arbeitgeber flüchten kann wo hin er will. Es nützt ihm nichts, er muss wieder mit den gleichen Leute verhandelt. 
Ist der Organisiertheitsgrad gering, dann hat man tatsächlich den dummen Peter gezogen. 
Bleibt die integrale Rechtschutzverischerung, die HotLine falls es ganz schnell hart-auf-hart geht. 
 
Mit Rewe, Kaufland, der Überlegung in der Innenstadt flexibel zu sein, ist der Damm gebrochen. 
 
Und, auch wenn es schwer fällt, sieht denn keiner auch mal die Vorteile, die Chance dadrin ? 
 
Naja, und der Lenders ist halt der Lenders, der kann nicht anders. Der ist so. 
Heute hier, morgen dort, ist kaum da, schon isser fort....nur eins ist gewiss, er sagts immer mit einem anderem Gebiss ;-D 
 
Gruss Frank 
PS : übrigens ; Konsumismus ist nichts schlimmes. Wir alle konsumieren. Du auch. Du kannst nicht anders.
Konsumieren
Geschrieben von bgruen am 2006-12-05 21:12:59
tu ich auch, logisch. Doch versuche ich durchaus, mich der alles bestimmenden Maschinerie von Produktion und Konsumtion so weit es irgend möglich ist, zu entziehen. Das fängt bei Teilzeit-Arbeit an (Lebenszeit ist kostbarer, als es ein Gut sein könnte, das ich mir vom Mehrverdienst durch eine 40-Std-Woche "leisten" könnte) und geht dahin, dass ich der Versuchung, mich über Beruf und Konsumverhalten (Mode, Reisen und all die Dinge, die man/frau heutzutage doch einfach haben bzw tun muss) zu identifizieren, nicht nachzugeben trachte.  
Viele, die durch Familie, Haus o.a. Verpflichtungen oder auch einfach infolge des gerade mal so eben reichenden (wofür?) Verdienstes gar nicht anders können, als 40 Std oder mehr die Woche fremdbestimmt zu arbeiten, können das nur ertragen durch entsprechenden Ausgleich (Belohnung) per Konsum.  
Ich meine, dass diese unsere Arbeitsgesellschaft, der die (bezahlte) Arbeit ausgeht, wie in der Schönen Neuen Welt diejenigen, die noch Arbeit haben, voll und ganz korrumpiert hat und davon lebt, auch das Freizeitverhalten zu normieren - auf dass der Kreislauf von Produktion und Konsumtion sich immer weiter dreht.  
 
Sinn- bzw identitätsstiftend sind für viele nur die Bereiche Arbeit und Konsum.  
Den Gedanken, dass Leben etwas anderes sein kann, als zu funktionieren oder seinen Frust wegzukaufen, können sich nur wenige leisten. Aber die, die es könnten, sollten dies auch tun. 
 
Weites Feld....

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